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In Deutschland ging von 2004 bis 2008 der Anteil der Drogenerfahrenen bei den 12 bis 17jährigen erstmals seit 20 Jahren zurück. Mehr als die Hälfte der 12-25jährigen kommen überhaupt nicht in Kontakt mit derartigen Suchtmitteln. Im Jahr 2008 sind 47 von 100 Jugendlichen mindestens einmal mit Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder anderen in Berührung gekommen. Natürlich wollten die allermeisten nur probieren und lassen dann die Finger davon. Aber einige wenige werden doch für längere Zeit konsumieren und z. T. hochriskante Konsummuster entwickeln, die mit fatalen Folgen für die körperliche, psychische und soziale Gesundheit verbunden sind und in einer Drogenabhängigkeit enden können.
Hier müssen spezifische präventive Angebote bereit gehalten werden, die gefährdete Jugendliche gezielt ansprechen und sich von den herkömmlichen Inhalten, wie sie z. B. in der schulischen Suchtprävention behandelt werden, unterscheiden. Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit fördert im Rahmen seiner suchtpolitischen Überlegungen ein Projekt, das jugendliche Drogenkonsumenten im Umfeld von Musikveranstaltungen anspricht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass hier im Vergleich zu einer repräsentativen gleichaltrigen Bevölkerung mehr Jugendliche mit Drogenerfahrung anzutreffen sind.
Ziel ist es, diese Jugendlichen zunächst von ihren riskanten Konsummustern abzubringen, d. h. vom gleichzeitigen Konsum verschiedener Drogen (sog. Mischkonsum), von zu hohen Mengen pro Konsumanlass und von zu häufigem Konsum. Es geht also darum, eine Konsum-Minderung zu erreichen, um damit die den Drogenkonsum begleitenden Gesundheitsprobleme sowie die psychischen, sozialen und die rechtlichen Probleme (Überdosierungen, Kreislauf-Kollaps, Unfälle, Arbeitsausfälle, Konflikte im Beruf, in Schule und Familie etc.) zu verringern. Schadensminimierung ist damit das kurzfristig zu erreichende Ziel, wobei das Fernziel der Abstinenz nicht aus den Augen verloren wird. Das Projekt ist unter dem Namen Drogerie bereits in verschiedenen Musik-Events, in denen Jugendliche gemeinsam Musik hören und dazu tanzen, bekannt geworden.
Das Projekt stellt eine Verbindung dar zwischen szenenaher Arbeit mit Hilfe eines attraktiven Info-Kleinbusses und der Arbeit in einer stabilen Basis, d. h. einem fest lokalisierten Kommunikations- und Beratungsangebot.
www.drogerie-projekt.de
Über das Internet sind unter der oben genannten Adresse jederzeit aktuelle Informationen abzurufen