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Deutschlandweit ist laut aktuellen Schätzungen etwa jedes 7. Kind zeitweise und jedes 12. dauerhaft von der Suchtstörung eines Elternteiles betroffen. Wir sprechen somit von ca. 2,65 Millionen Kindern und Jugendlichen, die im Alter bis zu 18 Jahren teilweise oder wäh-rend ihrer gesamten Kindheit und Jugend mit einem oder zwei alkoholkranken Elternteilen zusammenleben. Die Betroffenen leiden allerdings nicht nur unter zahlreichen Belastungen sozialer, psychischer und physischer Art, sondern sie tragen zudem ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko selber einmal eine suchtspezifische Störung zu entwickeln. In derselben Weise ist auch das Risiko für die Entstehung einer anderen psychischen Störung deutlich erhöht.
Ferner gibt es jedoch eine Reihe von Schutzfaktoren (Resilienzen), die erheblich dazu bei-tragen, ein hohes Maß an Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen stressreichen Lebensbe-dingungen zu entwickeln und somit Garant für die Sicherstellung einer positiven Entwick-lung des Kindes bzw. Jugendlichen sein können.
Für das Bundesland Thüringen gehen wir von mehr 41.000 zeitweise und 24.000 dauerhaft betroffenen Kindern und Jugendlichen aus. Aus diesem Grund fördert das Thüringer Minis-terium für Soziales, Familie und Gesundheit zur Unterstützung von Kindern und Jugendli-chen aus suchtbelasteten Familien die Projekte „Jonathan“, „mamamia“ und „Kunterbunt“ für die Stadt Erfurt, den Saale-Holzland-Kreis und den Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
Alle Projekte stellen den Betroffenen ein präventives, freizeitpädagogisches Betreuungsan-gebot zur Verfügung, das sich die Stabilisierung und Stärkung der sozialen Kompetenzen zum Ziel gesetzt hat. Neben dem Vermitteln von Halt und Orientierung durch das Erleben von Kontinuität und Regelmäßigkeit, steht der Austausch mit Gleichaltrigen in einer ähnli-chen Problemlage im Mittelpunkt der Arbeit. Ganz im Sinne der Verknüpfung von Spiel-, Sport- und Bewegungselementen erhalten die Teilnehmenden nicht nur die Möglichkeit sich zu entfalten, einzubringen und mit allen Sinnen zu experimentieren, sondern glei-chermaßen alters- und themenspezifische Informationen zu den Themenfeldern der Suchtproblematik, psychischen Erkrankungen und Gesundheitsförderung. Um zugleich das Auflösen des Tabuthemas „Sucht in der Familie“ voranzubringen, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Einbindung der betroffenen Eltern und Angehörigen in die jeweilige Projektarbeit.
Weiterführende Informationen zum Projekt sind zu finden unter: