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Die Entwicklung von Lebenskompetenzen – Ressourcen, Risiken und Angebote
Die Sachverständigenkommission zum 13. Kinder- und Jugendbericht hat erklärt, dass „die Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein Ziel fachlichen Handelns in der Kinder- und Jugendhilfe werden muss“.
Um dieses Ziel zu verinnerlichen und angemessen an seiner Umsetzung arbeiten zu können, muss sich die Kinder- und Jugendhilfe als eigenständiger Akteur im Prozess der Erhaltung und Förderung der Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen begreifen und auf der Basis ihrer spezifischen fachlichen, pädagogischen und bildenden Angebote die Anforderungen der Gesundheitsförderung in ihr Tun integrieren.
Maßnahmen der gesundheitsbezogenen Prävention und der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen müssen ganz wesentlich auf die Stärkung der Lebenssouveränität abzielen und dazu beitragen, Risiken zu vermindern und Verwirklichungschancen, Entwicklungs- und Widerstandsressourcen zu fördern. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Frage nach den Ressourcen, die Kinder und Jugendliche benötigen, um sich aktiv in die Gesellschaft integrieren zu können. In den Empfehlungen zum 13. Kinder- und Jugendbericht wird die Bedeutung der Kinder- und Jugendhilfe in diesem Prozess ausdrücklich betont.
Mit dem Heraring „Die Entwicklung von Lebenskompetenzen – Ressourcen, Risiken und Angebote“ soll ein Beitrag geleistet werden, dieses diffizile Aufgabenfeld für die Kinder- und Jugendhilfe näher zu erschließen.
Deshalb bitte ich die Expertinnen und Experten im Rahmen des Hearings die folgenden Fragen - bezogen auf den eigenen Verantwortungsbereich – zu beantworten:
1. Welche Ressourcen tragen zur gelingenden Bewältigung der Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen bei?
Dabei sollte Bezug genommen werden auf:
2. Welche Risiken wirken der gelingenden Bewältigung o. g. Entwicklungsaufgaben entgegen?
3. Wie müssen die Angebote inhaltlich strukturiert sein, um eine gelingende Bewältigung von Entwicklungsaufgaben zu fördern (Ressourcen stärken, Risiken abbauen), und zwar sowohl auf der Ebene des Individuums (Widerstandsressourcen)als auch auf der Ebene von Institutionen/
Rahmenbedingungen (Befähigungsgerechtigkeit)?
a. Wie kann es gelingen, beide Ebenen (Verhalten/Verhältnisse) miteinander zu verknüpfen?
b. Wie kann eine sozialraumorientierte Ausrichtung der Angebote erfolgen?
c. Wie kann eine Integration in kommunale Netzwerke erfolgen?
d. Wie können gelingende Übergänge geschaffen werden (Lebenslaufperspektive)?
e. Welchen Einfluss nehmen Medien auf die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben? Wie können diese fördernd eingesetzt werden?
f. Welche Rolle spielen Partizipation und Empowerment? Wie können beide Ansätze verstärkt in Angebote integriert werden? (Akteursperspektive)
g. Inwieweit berücksichtigen die Angebote die spezifischen Bedürfnisse von behinderten Kindern und Jugendlichen?
4. Wie ist die Jugendhilfe in die Angebote integriert bzw. wie können diese in die Strukturen der Jugendhilfe integriert werden?
5. Welche Hindernisse und Hürden haben Sie bei der Umsetzung der Strategien zur Gesundheitsförderung wahrgenommen? Hierbei soll die Diskussion insbesondere auf die Probleme abzielen, die von der Landesregierung aufgegriffen und beeinflusst werden können.
Zur Erarbeitung Ihrer Stellungnahme bitte ich Sie, die nachfolgenden Empfehlungen bzw. Gesundheitsziele aus dem 13. Kinder- und Jugendbericht einzubeziehen:
• 23.1.1 Gesundheitsförderung als fachlicher Standard
• 23.1.2 Förderung eines achtsamen Körperbezugs
• 23.1.3 Förderung eines kommunikativen Weltbezugs
• 23.1.4 Förderung eines reflexiven Bezugs auf das eigene Selbst.
| Experten | Institution | Anschrift |
| | Universitätsklinikum Jena Institut für Psychologie Lehrstuhl für Entwicklungs-psychologie | Am Steiger 3/1 07743 Jena |
| | Universitätsklinikum Jena Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie | Stoystraße 3 07740 Jena |
| | Alice-Salomon-Hochschule Berlin | Alice-Salomon-Platz 5 12627 Berlin |
| | Jugendamt Kyffhäuserkreis | Johann-Karl-Wezel-Str. 7 99706 Sondershausen |