Freistaat Thüringen Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

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Medien

„Kennst Du das auch?“ Wahre Geschichten von Zuhause.
Film Leeds Animation Workshop England 1999, dt. Fassung von Berliner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt
 
Fünf Mädchen und Jungen erzählen von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt. Der Film zeigt, wie sie eine Möglichkeit finden, auf ihre Situation zu reagieren. 
 
„auswege“
Film von Nina Kusturica, entstanden auf Initiative des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser - 2003
 
In diesem Film gibt es drei Hauptfiguren, drei unterschiedliche Frauen, die alle in Gewaltbeziehungen leben. In drei Episoden wird gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, einen Wege aus einer Gewaltbeziehung zu finden.
 
„Öffne meine Augen“ – TE DOY MIS OJOS
Film von Iciar Bollain, ausgezeichnet mit 7 Goyas (wichtiger spanischer Filmpreis) -2003
FSK: 12
 
Gewalt in der Ehe ist für Pilar der Normalzustand. Nach zehn Jahren Ehe liebt sie ihren Mann Antonio immer noch, doch bei seinen regelmäßigen Gewaltausbrüchen empfindet sie nur noch nackte Angst. Doch jetzt reicht es, übereilt packt sie ihre Sachen, weckt ihren kleinen Sohn Juan auf und flieht mit ihm zu ihrer Schwester Ana. Diese nimmt ihre Schwester auf, und als sie am anderen Tag Sachen aus der Wohnung holt, stößt sie auf Krankenhausrechnungen, die ihr eine gewisse Vorstellung von Pilars Leidensweg geben. Fortan drängt sie Pilar zur Scheidung, verschafft ihr einen Job in der Kathedrale von Toledo und zeigt ihr den Weg in ein unabhängiges Leben. Doch Pilar liebt ihren Mann, und der wird nicht müde, sie zur Rückkehr zu bewegen. Mit kleinen Geschenken und den üblichen Versprechungen versucht er, seine Frau zurückzugewinnen und als er schließlich in eine Therapie einwilligt, gibt ihm Pilar seine letzte Chance.
 
„Wie im Himmel“ – Sá som i himmelen
Schwedischer Film vom Regisseur Kay Pollak aus dem Jahr 2004
FSK 12
 
Der Film erzählt von einem erfolgreichen Dirigenten, der sich nach schwerer Erkrankung an den Ort seiner Kindheit im Norden Schwedens zurückzieht und dort die Leitung des örtlichen Kirchenchores übernimmt. Mit dieser Arbeit erfüllt sich ein Lebenstraum des Musikers, denn er lernt nach langer Irrfahrt, die Menschen und sich selbst zu lieben. Die Schicksale der einzelnen Chormitglieder bleiben keinem verborgen. Da ist z.B. Gabriela, die unter der Gewalt ihres brutalen und jähzornigen Ehemannes leidet, der sie wiederholt schlägt und ihr mit seiner Eifersucht das Leben zur Hölle macht. Der Chor wird für Gabriela zur Zufluchtstätte. Hier erfährt sie Solidarität von den übrigen Chormitgliedern, die ihr Schutz und Geborgenheit geben. So schafft es Gabriela schließlich, sich von ihrem gewalttätigen Ehemann zu trennen.
 
„Bis dass der Tod Euch scheidet“
Regie: Heiner Carow
Produktion DEFA-Studio 1979
FSK: 12
Sonja und Jens, junge Leute, beide berufstätig, beide in sozial gesicherten Positionen, lieben sich. Die Hochzeit und danach das Eheleben scheint für beide der Himmel auf Erden. Zumal sie bereits eine eigene Wohnung besitzen und auch bald ein Baby das Familienglück komplettiert. Doch dann merkt Sonja, dass ihr die Hausfrau- und Mutterrolle allein nicht genügt. Sie braucht den Kontakt zu den Kollegen, will wieder arbeiten. Jens ist absolut dagegen. Er, der ein harmonisches Familienleben in seiner Kindheit entbehrte, verlangt dafür jetzt den Ersatz von Sonja. Scheinbar gibt sie nach, legt aber dann hinter seinem Rücken den Facharbeiterbrief ab. Jens fühlt sich betrogen und wird tätlich. Weil ihm das leid tut, sucht er sich zu beweisen und beginnt eine Qualifizierung, der er aber nicht gewachsen ist. Aus Verzweiflung fängt er zu trinken an. Sonja arbeitet heimlich. Als sie auch einer Panikstimmung heraus abtreiben lässt und Jens das erfährt, verliert er jede Beherrschung. In Sonja ist nur Hass. Als Jens aus einer Flasche trinkt, in der Sonja scharfes Reinigungsmittel weiß, hindert sie ihn nicht daran. Doch Jens überlebt. Sonja wird mit ihrer Schuld nicht fertig. Sie bekennt sich schließlich offen dazu, auch vor Jens.
 
„Pigs will fly“
Ein Film zu häuslicher Gewalt mit Blickrichtung auf die Täter , Regie: Eoin Moore -2003
FSK: 16
 
Einmal mehr prügelt der Berliner Streifenpolizist Laxe seine Frau Manuela in hysterischer Eifersucht krankenhausreif. Aber diese Mal geht Laxes Umgebung nicht stillschweigend über seine Raserei hinweg. Laxe, vom Dienst suspendiert, hält es für angebracht, für eine Weile von der Bildfläche zu verschwinden.
Pigs will fly erzählt von einem der auszieht, das Fürchtenmachen zu verlernen – eine dramatische Reise auf Messers Schneide, zwischen Sehnsucht und Angst, Liebe und Gewalt. Eoin Moore wagt diese Erzählung aus der Perspektive des Täters, ohne ihn zu entlasten – er entlarvt, ohne den Blick auf die Opfer zu verstellen.
„Laxe entspricht dem Bild des sogenannten, zyklischen Misshandlers“, erzählt Eoin Moore. „Seine Gewaltausbrüche richten richten sich gegen die Partnerin und folgen einem immer wiederkehrenden Schema: Misstrauen, Kontrollieren, Beleidigen, Erniedrigen, schließlich die körperliche Gewalt; dann eine Phase der Reue und Änderungsverprechen, bis der Kreislauf wieder von vorn beginnt. Die Gewaltausbrüche sind jeweils die Höhepunkte einer extrem komplexen, dauernden Misshandlung“. Während Eoin Moore sich überwiegend mit dem theoretischen Teil der Recherche beschäftigte, besuchte der Hauptdarsteller Andreas Schmidt Therapiegruppen, nahm an deren Sitzungen teil und führte zahlreiche Einzelgespräche.
Mit dem Thema der häuslichen Gewalt bewegte sich Eoin Moore in eine filmisch kaum erkundete Richtung. Die wenigen Filme, die sich damit beschäftigen, sind aus der Perspektive des Opfers erzählt. „Für mich war der Täter das Rätsel. Es ging mir darum, die Psychologie des Täters zu verstehen, um den Mechanismus der Gewalt zu durchbrechen“, erzählt Eoin Moor. „Wenn wir den Täter in die Schublade des „Bösewichts“ stecken, verliert er seine reale Identität in der Gesellschaft – vielen Tätern begegnen wir ja als unauffälligen, durchaus netten Zeitgenossen, denen „Frauenschläger“ keineswegs auf die Stirn geschrieben steht.