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Rede anlässlich der Verabschiedung von Staatssekretär Stephan Illert
Grußwort
der Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit,
Christine Lieberknecht (CDU) anlässlich der Verabschiedung von Staatssekretär Stephan Illert in den Ruhestand
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Ministerinnen und Minister,
sehr geehrte Staatssekretäre,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrte Damen und Herren aus der Kommunalpolitik,
liebe Gäste,
vor allem aber: Lieber Stephan Illert!
Liebe Frau Illert,
wir verabschieden heute den "dienstältesten" Staatssekretär in der Thüringer Landesregierung, Stephan Illert, und wollen ihm herzlich für die geleistete Arbeit danken.
Ich freue mich sehr, dass Sie alle zu diesem Anlass hier in das Regierungsviertel gekommen sind und begrüße Sie ganz herzlich.
Ganz besonders freue ich mich, dass Sie, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, heute bei uns sind.
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Illert, lieber Stephan,
"Panta rhei" - sagten zwar schon die alten Griechen. "Alles fließt", nur der Wechsel ist beständig.
Doch wenn der dienstälteste Staatssekretär der Thüringer Landesregierung in den Ruhestand geht, dann fällt der Abschied nicht leicht.
Rund 14 Jahre, in 3 verschiedenen Ministerien, waren Sie, lieber Herr Illert, als Staatssekretär aktiv. Wenn Sie heute das sprichwörtliche "Steuer aus der Hand gibst", dann können Sie mit Stolz auf eine sehr erfolgreiche Zeit in Thüringen zurückblicken.
Fleiß, Zielstrebigkeit und großes Pflichtbewusstsein, dass sind die Tugenden, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben.
Während Ihrer gesamten Amtszeit in Thüringen haben Sie Ihren Dienst um jeweils 7.00 Uhr im Ministerium begonnen - für einen Beamten keine Selbstverständlichkeit. Meist waren Sie im Ministerium einer der ersten am Arbeitsplatz und - aufgrund des enormen Arbeitspensums am späten Abend auch einer der letzten, die das Haus verlassen haben - also ein echter "Workaholic".
Es ist also kein Wunder, wenn jemand, der derart "arbeitssüchtig" ist, irgendwann einmal im Thüringer Gesundheitsministerium landet.
Stephan Illert ist jedoch nicht nur der dienstälteste Staatssekretär der Landesregierung, sondern auch einer der vielseitigsten.
Als "Wasserexperte" holte ihn Bernhard Vogel in der zweiten Wahlperiode aus Baden-Württemberg in das damals neu gebildete Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz.
Dort haben Sie rund 8 Jahre mit Minister Sklenar zusammengearbeitet. Gerade in dieser Zeit gab es eine Fülle von großen Herausforderungen zu bewältigen.
Von Ihnen, lieber Herr Illert, kamen jedoch auch stets neue Impulse und Visionen.
Hierbei denke ich an die Entstehung des Nationalparkes Hainich und insbesondere an den Baumkronenpfad.
Am Anfang stand eine Idee, die von vielen belächelt wurde.
In allen drei Ministerien, in denen Sie gearbeitet haben, lieber Herr Illert, haben Sie dieses Projekt konsequent weiterverfolgt und im Rahmen Ihrer Möglichkeiten unterstützt - nicht nur im Umweltministerium.
Der Nationalpark Hainich und der Baumkronenpfad sind sozusagen ressortübergreifend.
So wurde auf Ihre Initiative für behinderte Mitbürger ein Aufzug zum Baumkronenpfad vom Thüringer Sozialministerium gefördert und eingebaut.
An diesem Beispiel wird deutlich, dass Sie, lieber Herr Illert, stets ganzheitlich gedacht und gehandelt haben. Nie haben Sie das Ganze, das Wesentliche aus den Augen verloren.
Dies war sicher auch der Grund, dass Sie 2002 zum Staatssekretär des Thüringer Finanzministeriums berufen wurden. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Haushaltssituation unseres Freistaats extrem angespannt war. Wegbrechende Steuereinnahmen auf allen Ebenen, finanzielle Erblasten der Vorgänger auf der einen Seite und steigende Kosten für Personal, Bauinvestitionen und notwendige politische Vorhaben auf der anderen Seite. Gefragt war also eine "Quadratur des Kreises".
Nachdem Sie, lieber Herr Illert, die Altlasten im Umweltbereich erfolgreich sanieren konnten, wurde Ihnen eine noch schwierigere Aufgabe im Finanzministerium übertragen.
Dies war im Grunde eine sehr undankbare und unbequeme Aufgabe, weil die notwendigen Entscheidungen häufig nicht nur auf freudige Zustimmung gestoßen sind - im Gegenteil. Manche Entscheidungen waren sogar sehr schmerzhaft.
Mit den beschriebenen Qualitäten war es auch nur eine Frage der Zeit, bis ihm 2004 das Amt des Staatssekretärs im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit übertragen wurde. Auch hier hat er sich in die neuen Aufgaben schnell eingearbeitet.
Das riesige Aufgabengebiet unseres Hauses hat selbstverständlich auch etwas mit Wasser und etwas mit Finanzen zu tun. Wir konnten sozusagen von den Erfahrungen aus den beiden vorherigen Ministerien profitieren.
Und wieder waren es schwierigste Aufgaben, mit denen Stephan Illert betraut wurde. Ich nenne die Behördenstrukturreform, die Familienoffensive und ein nahezu ständiges bzw. permanentes präventives Krisenmanagement.
Zusammenfassend:
Stephan Illert war immer der "Mann für alle Fälle" in der Thüringer Landesregierung. Ein Mann - der immer dort eingesetzt wurde, wo es fast unlösbare und schwierigste Probleme zu lösen galt. Aufgaben - um die man niemanden beneidet.
Und Stephan Illert hat alle diese Herausforderungen angenommen.
Es ist so ähnlich, wie die Menschen, die angefangen haben, den Kölner Dom zu bauen. Ingesamt hat der Bau des Kölner Domes über 800 Jahre gedauert, bis er endgültig fertig wurde. Dennoch gab es Menschen, die voller Zuversicht begonnen haben.
Der Weg ist das Ziel! Auch Stephan Illert hat neue Dinge in Angriff genommen, hat diese konsequent und hartnäckig verfolgt und umgesetzt.
Mit einer Tätigkeit in drei verschiedenen Ministerien, die er überall mit Souveränität und Erfolg erledigt hat, ist Stephan Illert sozusagen ein "Universalgenie". Stephan Illert ist sozusagen der "Humboldt" der Landesregierung.
Er ist nicht einseitig auf ein einziges Fachgebiet festgelegt. Davon zeugen auch seine vielfältigen kommunalpolitischen Aufgaben in Weimar. Er ist Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und führt eine Koalition mit dem Weimarwerk.
Daher ist er mit seiner Familie auch nach Weimar gezogen - die Stadt der Universalgenies.
Auch hier gab es extrem schwierige Aufgaben und Herausforderungen in der Kommunalpolitik. Wer Weimar kennt, weis wovon ich rede.
Lieber Stephan Illert,
ich weiß, dass Sie die genannten und die vielen ehrenamtlichen Aufgaben nur deshalb meistern konntest, weil Sie Kraft aus einer Quelle geschöpft haben, die auch für mich ganz wichtig ist.
Diese Quelle ist Ihre große Familie.
Liebe Frau Illert,
ohne Ihre Hilfe hätte Ihr Ehemann seine Aufgaben sicher nicht so erfolgreich meistern können. Dafür danke ich Ihnen.
Lieber Herr Illert,
Sie haben ein Amt als Staatssekretär in einer herausfordernden Zeit mit einem aus preußischen Tugenden gespeisten Pflichtbewusstsein ausgeübt und sich durch Zuverlässigkeit und Integrität großen Respekt erworben.
Sie waren mir in den wenigen Wochen meiner Amtsübernahme ein überaus wertvoller und wichtiger Ratgeber. Dafür danke ich Ihnen auch ganz persönlich.
Im Namen unseres Freistaats Thüringen danke ich Ihnen für Ihren Einsatz zum Wohl aller Bürger.
Sie haben als Beamter im besten Sinne des Wortes treu gedient.
Die vielen Gäste drücken die besondere Wertschätzung für Sie und Ihr Wirken aus.
Für die Zukunft wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, Gesundheit und gottesreichen Segen.