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Welche Bedeutung hat er für die Fledermäuse?
Fledermäuse findet man zu allen Jahreszeiten im Wald. Vielfältige Aktivitäten im Jahreszyklus der Tiere sind je nach Art unterschiedlich stark an den Wald gebunden oder von ihm abhängig
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| Abendsegler in einer Baumhöhle |
In der Balzzeit sitzt Abendsegler Männchen am Eingang seiner Baumhöhle und lockt „singend" Weibchen an. Sein Balzquartier liegt an strategisch günstigen Orten, auf Bergkuppen, in alten Bäumen in Gewässernähe, oder an Waldwegen.
Was macht den Wald "fledermaustauglich"?
Damit ein Waldstück als Lebensraum für Fledermäuse dienen kann, müssen folgende Eigenschaften vorhanden sein:
Ausreichende Quartiermöglichkeiten auf engem Raum
Eine Fledermauskolonie im Wald verteilt sich immer auf mehrere Quartiere. Ein ständiges Wechseln der Baumhöhlenunterkünfte ist ein wesentlicher Bestandteil im Sozialleben der Waldfledermäuse. In der Regel ist immer nur ein kleiner Teil der Quartiere einer Kolonie gleichzeitig besetzt.
Neben Baumhöhlen mit einer besonderen Funktion und Bedeutung im Sozialleben wie z.B. Quartiere, in denen sich die Tiere im Frühjahr sammeln, Wochenstubenquartiere in denen die Jungtiere aufgezogen werden oder Balzquartiere, die während der herbstlichen Paarungszeit von Männchen besetzt werden, sind viele zusätzliche kleine Tagesverstecke z.B. hinter abstehender Rinde, in kleinen Fäulnishöhlen oder in Blitzrissen notwendig.
Das Quartiergebiet einer Fledermauskolonie kann wenige Quadratkilometer groß sein (wie etwa beim Braunen Langohr) oder aber die genutzten Baumhöhlen können etliche Kilometer auseinanderliegen (so wie beim Großen Abendsegler).
Da es um Baumhöhlen im Wald immer heftige Konkurrenz gibt (z.B. mit Vögeln, Mäusen, Siebenschläfern oder Hornissen) und die Höhlen durch Zerfallsprozesse oder durch Überwallung der Höhleneingänge nur zeitlich begrenzt durch Fledermäuse nutzbar sind, muß ein deutliches Überangebot vorhanden sein, damit sich ein Waldstück dauerhaft als Quartiergebiet einer Fledermauspopulation eignet.
Ein ausreichendes Quartierangebot gibt es in Waldresten mit hoher Strukturvielfalt wie z.B. in Mittelwäldern und anderen historischen Waldnutzungsformen, in älteren Laubwaldbeständen sowie in Au- und Bruchwaldresten. Auch kleine Altholzinseln im Wald weisen oftmals hohe Baumhöhlendichten auf.
Ausreichendes Angebot an Nahrungsinsekten
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| Waldrand mit Saum, Obstwiese, Übergang zu freier Landschaft mit Hecken |
Frühjahr und Herbst sind entscheidende Abschnitte im Fledermausjahr. Im Frühjahr müssen die im Winter verbrauchten Fettvorräte schnell wieder soweit ergänzt werden, so daß auch längere Schlechtwetterperioden überbrückt werden können und im August/September, während der Paarungszeit gibt es Wichtigeres als die Jagd nach Insekten. Der Vorrat für den Winter wird erst kurz vor dem Einzug in die Winterquartiere angefressen.
Die "Insektenproduktion" und Artenvielfalt eines Waldes ist abhängig von der Anzahl seiner strukturell und mikroklimatisch unterschiedlichen Kleinlebensräume. Nur durch eine hohe Strukturvielfalt ist sichergestellt, daß auch in der insektenarmen Zeit im Frühjahr und Herbst genügend Insektenbeute für die Fledermäuse vorhanden ist.
Insektenreich sind windgeschützte Waldsäume an Lichtungen, Waldwiesen und reichgegliederten Waldrändern, ebenso gewässernahe Waldbereiche. Viele Waldinsektenarten sind in ihrer Entwicklung auf Tot- und Moderholz angewiesen und ernähren sich anschließend von Pflanzen auf sonnigen Stellen im Wald. Starke Temperaturkontraste (z.B. Felswände, die sich aufheizen, unterschiedliche Besonnung des Waldbodens an wärmeexponierten Hanglagen) verlängern Schlupf- und Flugzeiten der Insekten im Wald gegenüber der offenen Landschaft.
Verbindung zum "Rest der Welt"
Die Flughöhe der Fledermäuse ist von Art zu Art verscheiden. Die meisten Arten fliegen nur einige Meter über Grund, nur wenige Arten über Baumwipfelhöhe. Da die Echoortung nur wenige Meter weit reicht, orientieren sie sich immer an "linearen Elementen" wie Hecken, Baumreihen oder dem Ufergebüsch von Gewässern. Fehlen diese Verbindungslinien zwischen offener Landschaft und Wald, kann auch ein "gutes" Waldstück nicht erreicht werden. Jedoch sind nicht nur größere Freiflächen oder breite Verkehrstrassen für Fledermäuse ein fast unüberwindliches Hindernis, das gleiche gilt auch für Bereiche mit sehr dichter Vegetation wie breite Kulturen oder Dickungen, so daß auch Barrieren innerhalb des Waldes entstehen können.
Wichtige verbindende Elemente im Wald sind größere und kleinere Fließgewässer, Schneisen von Leitungstrassen, Waldwege mit breitem Saum oder offene Waldtälchen.