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Zum Einsatz von Nistkästen
Nistkästen können nützliche Helfer beim Fledermausschutz sein. Sie können jedoch das natürliche Baumhöhlenangebot nicht ersetzen. Im wesentlichen gibt es drei Gründe sie im Forst einzusetzen:
Fledermauskästen machen vorhandene Bestände sichtbar
Fledermauskästen machen in erster Linie auf einfache Weise vorhandene Fledermausbestände sichtbar und können deshalb darüber Auskunft geben, wie "gut es dem Wald aus Fledermaussicht" geht. Weil Fledermäuse gute Zeiger für Umweltqualität sind, stellen Sie eine für den Forstmann wichtige Informationsquelle dar. Diese Art des Kasteneinsatzes ist allerdings nur sinnvoll, wenn durch regelmäßige Kontrollen über einen längeren Zeitraum die Bestandsentwicklung dokumentiert wird. Meist lassen sich dafür lokale Naturschützer als Helfer gewinnen.
Fledermauskästen können eine Zeitlang ein mangelhaftes natürliches Quartierangebot ausgleichen
Fledermauskästen können für eine begrenzte Zeit ein mangelndes Quartierangebot an natürlichen Baumhöhlen ausgleichen. Eine dauerhafte Ansiedelung von Fledermäusen wird in diesen strukturarmen Bereichen in der Regel jedoch nur erfolgen, wenn durch die künstlichen Quartiere ein gutes Nahrungsgebiet in der Nähe erschlossen wird. Damit die Fledermäuse als biologischer Forstschutz in einem kargen Nadelholzforst langfristig tätig werden, muß man ihnen schon Anreize bieten, indem neben dem Kastenangebot gleichzeitig auch die Strukturvielfalt erhöht wird.
Fledermauskästen eignen sich gut für die Öffentlichkeitsarbeit im Forst
Fledermäuse sind niedliche Tiere. Das Wissen um ihre bedrohliche Bestandssituation ist mittlerweile in der Bevölkerung verbreitet. Maßnahmen zu ihrem Schutz finden hohe Akzeptanz. Kastenbauaktionen zusammen mit Schulklassen oder Jugendgruppen sind ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit im Wald. Unterstützung der Kastenbauer beim Aufhängen und vor allem bei der lBetreuung der Kästen schafft eine langfristige Verbindung. Diese Funktion des Fledermauskastens ist wichtig und man sollte hier alle Möglichkeiten ausnützen.
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| verschiedene Nistkästen |
Welcher Kasten ist der Beste?
Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Kastentypen. Wichtiger als das Grübeln darüber, welcher Kasten für welche Fledermausart der Beste ist, ist die Entscheidung, eine genügende Anzahl davon in einem Gebiet aufzuhängen. Rundkästen aus Holz oder Holzbeton werden auch von Vögeln angenommen. Ebenso nehmen Fledermäuse auch Vogelnistkästen an. Die einzelnen Kastentypen unterscheiden sich in ihrem Raumvolumen oder auch den mikroklimatischen Eigenschaften. Rund- oder Giebelkästen sollen Baumhöhlen und Flachkästen enge Spalten (z.B. unter abstehender Borke) ersetzen. Um hier Variationsmöglichkeiten anzubieten, sollte man eine Mischung verschiedener Kastentypen anstreben.
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| Flachkasten |
Holzbetonkästen sind teuer aber sehr haltbar. Ihren Einsatz sollte man in Erwägung ziehen, wenn sichergestellt ist, daß eine Betreuung (im mindesten das herbstliche Ausräumen) über die Lebensdauer der Kästen (ca. 10 Jahre) gewährleistet ist.
Flachkästen aus Holz sind einfach zu bauen und billig im Material. Sie eignen sich deshalb besonders für Kastenbauaktionen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Das jährliche Ausräumen entfällt, weil der Kot durch den unten offenen Kasten herausfällt und kein Nistmaterial durch Vögel eingetragen werden kann. Diese einfachen Flachkästen müssen in der Regel nach 5 bis 6 Jahren ersetzt werden. Zur Befestigung der Kästen am Baum sollten Alunägel verwendet werden.
Wo und wie sollen Kästen angebracht werden?
Überall dort, wo der Wald nur wenig Quartiermöglichkeiten bietet, aber günstige Nahrungsbedingungen vorhanden sind. Das sind Waldränder, gewässernahe Bereiche, sonnige Hanglagen, Waldlichtungen oder lichte Baumbestände. Waldwege oder Schneisen, welche die Fledermäuse auf ihrem Flug zu den Nahrungsplätzen entlangfliegen, eignen sich ebenfalls als Aufhangort. Kästen sollten gruppenweise (3 bis 4 Stück, verteilt auf einen Umkreis von 20 m) jeweils mit unterschiedlicher Beschattung aufgehängt werden. Der Abständ der einzelnen Gruppen sollte ca. 300 bis 400 m nicht überschreiten. Die Aufhanghöhe (ca. 3 bis 4 m) ist entscheidend für den späteren Aufwand bei der Kastenpflege und Kontrolle. Abseits häufiger begangener Wege liegende Kästen können auch auch so angebracht werden, daß sie ohne Leiter erreichbar sind.
Eine wetterfeste Numerierung der Kästen (z.B. auf Basis der einzelnen Abteilungen) erleichtert alle Wartungs- und Kontrollarbeiten. Den Überblick behält man jedoch nur, wenn die Kastenstandorte in einer Karte vermerkt sind und ein Kontrollbuch über die Kästen geführt wird.
Eine "verkehrstechnisch" günstige Kastenstrecke längs von Forstwegen und an jagdlichen Einrichtungen (z.B. Fledermausbretter an Jagdkanzeln) vereinfacht die Kontrolle. Fledermäuse brauchen freien Zuflug zu den Kästen. Deshalb ist ein Einsatz tiefer im Bestand nur in lichten Beständen sinnvoll. Baumarten mit Neigung zu Wasserreiserbildung wie Eiche oder Linde sollten beim Anbringen der Kästen nicht aufgeastet werden. Wald im Hangbereich sollte durch Kastengruppen im Ober- Mittel- und Unterhangbereich erschlossen werden um den Fledermäusen die Quartierwahl in Abhängigkeit der jahreszeitlich unterschiedlichen Klimaverhältnissen an Hängen und in Kerbtälern zu ermöglichen. Bekannte "Frostlöcher" eignen sich nicht als Kastenstandorte.
Die Kästen müssen von den Fledermäusen erst entdeckt werden und es muß sich innerhalb der Population eine "Kastentradition" entwickeln. Die Belegung kann deshalb mehrere Jahre auf sich warten lassen. Nicht belegte Kastengruppen sollten frühestens nach 3 bis 4 Jahren umgehängt werden.
Übrigens: Neue Kästen werden manchmal schneller angenommen, wenn etwas Fledermauskot eingestreut wird.
Wann und wie sollen die Kästen kontrolliert werden?
Holzbetonkästen und andere geschlossene Nistkästen müssen im Herbst (September, Oktober) gesäubert werden. Bei dieser Gelegenheit kann notiert werden, in welchen Kästen Fledermauskot angetroffen wurde. "Fledermausverdächtige" Kastengruppen sollten dann im folgenden Jahr von einem Fledermauskundler kontrolliert werden. Eine Störung der Tiere in der Wochenstubenzeit (Mitte Juni bis Ende Juli) muß vermieden werden. Soll die Bestandsentwicklung der Population verfolgt werden, muß die Kastenkontrolle vor der Auflösung der Wochenstubenverbände (ab Mitte August) durchgeführt werden und die Ergebnisse müssen protokolliert werden. Einen Überblick über die durchziehenden Arten erhält man durch Frühjahr- (Mitte Mai) und Herbstkontrollen (ab September). Totfunde und Schädel sollten für spätere Artbestimmungen aufbewahrt werden.