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| Überblick über das Naturschutzgebiet Arterner Solgraben |
Arterner Solgraben/ Salziges Erlebnis auf kleinstem Raum
Der Arterner Solgraben ist schon seit 1935 Naturschutzgebiet. Hier ist auf kleinstem Raum eine große Zahl seltener und bedrohter Salzpflanzenarten zu finden. Wohl nirgendwo anders kann man die seltene Binnensalzflora so einfach und bequem in Augenschein nehmen.
Am Fußweg, der neben dem Solgraben entlang führt, erschließen sich für den Besucher nahezu alle Salzpflanzenarten, die im Gebiet vorkommen.
Die Strandaster (Aster tripolium) mit ihren violetten Blüten und der Strandbeifuß (Artemisia maritima) mit seiner silbrig glänzenden Erscheinung und würzigem Geruch sind für Jedermann leicht zu entdecken. Beide Arten sind im September besonders attraktiv.
Genauer Hinschauen muss man schon beim zierlichen Salz-Hasenohr (Bupleurum tenuissimum), der Flügelsamigen Schuppenmiere (Spergularia maritima) - einem hübschen Nelkengewächs - oder dem Strandwegerich (Plantago maritima) mit seinen extrem schmalen lanzettlichen Blättern.
Im sogenannten Salzsumpf, der zwischen einer kleinen Brücke und dem Friedhof liegt, sind weitere Entdeckungen möglich. Dem aufmerksamen Betrachter werden die vegetationslosen Flächen nicht entgehen. Hier ist die Salzkonzentration im Boden so hoch, dass keine Pflanze zu wachsen vermag.
An den Randbereichen kommt der Queller (Salicornia europaea) vor, der von allen Pflanzen die höchste Salzkonzentration verträgt und die Flächen ab September bis zu den ersten Herbstfrösten in ein leuchtendes Rot färbt. Darin eingestreut sind die Stielfrüchtige Salzmelde (Halimione pedunculata) und die Strandsode (Suaeda maritima). Diese filigranen Salzpflanzenarten sind in ganz Thüringen auf den naturnahen Binnensalzstellen nur noch hier zu bewundern, doch leider recht schwer zu entdecken.
Durch den relativ starken Salzeinfluss ist die Binnensalzstelle vom Arterner Solgraben nicht so an Pflegemaßnahmen gebundenen wie die anderen vorgestellten Gebiete. Dennoch ist eine regelmäßige Mahd oder Beweidung der Flächen und abschnittsweise Säuberung des Solgrabens anzustreben, um die Erhaltung und Ausweitung dieses salzigen Kleinodes zukünftig zu ermöglichen.
Es wird angenommen, dass die Solquelle seit Tausenden von Jahren sprudelt. Sie bringt salzhaltiges Wasser aus ca. 200 m Tiefe hervor. Seit dem 15. Jahrhundert diente sie mit Unterbrechungen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur Produktion von Siedesalz. Dann traf man bei Bohrungen auf 26 Prozentiges Salzwasser. Der Salzgehalt der Sole musste bis dahin aufwendig in Gradierwerken erhöht werden. Wenn man sich mit der Geschichte der Arterner Saline befasst, kann man viel über die wechselvolle Geschichte und die Besitzansprüche unterschiedlicher Herrschaftshäuser erfahren.
Als besondere Attraktion ist der Felsenbeifuß (Artemisia rupestris) zu nennen. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in der Mongolei und Südsibirien. Er hat in Artern seine westlichste Verbreitungsgrenze und ist in ganz Deutschland nur noch hier anzutreffen.
Weiterhin hat die Meer-Salde (Ruppia maritima), die als Wasserpflanze in den weniger verschlammten Abschnitten des Solgrabens zu finden ist, hier ihr einziges binnenländisches Vorkommen in Deutschland.
Mit Hilfe des EU-LIFE-Projektes soll den extrem seltenen Arten mehr Lebensraum verschafft werden. Hierzu soll der Solgraben abschnittsweise gesäubert und in der Vergangenheit vorgenommene Aufschüttungen, die Teile der Salzstelle vernichteten, wieder abgetragen werden.