
Das Wappen des Unstrut-Hainich-Kreises, am 1. November 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt, ist geviertet und zeigt oben vorn in Gold einen schwarzen, golden gekrönten, rot bewehrten Adler mit einem silbernen Mühleisen auf jedem Flügel, oben hinten in Blau einen siebenmal von Rot über Silber geteilten, golden bewehrten und gekrönten Löwen, unten vorn in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad, unten hinten in Silber ein rotes zwölfendiges Geweih mit Grind. Die Symbolik des Wappens verdeutlicht die das heutige Kreisgebiet ehemals prägenden Territorialherrschaften. Der schwarze Adler in Gold mit den Mühleisen auf den Flügeln steht dabei für das Territorium der Freien Reichsstadt Mühlhausen, die heute Sitz der Kreisverwaltung ist, mit ihrem Landgebiet. Den größten Umfang des Territorialbesitzes hatten die Landgrafen von Thüringen inne; nach deren Aussterben wurden damit 1440 bzw. 1482 die Wettiner belehnt. Symbolisiert wird die ehemalige Landgrafschaft Thüringen durch den rot-silbern geteilten Löwen; dieses Symbol war später auch ein Bestandteil des Wappens der wettinischen Kurfürsten und Herzöge von Sachsen. Flächenmäßig kleinere Regionen des heutigen Landkreises Unstrut-Hainich-Kreis gehörten bis 1802 zum Erzbistum Mainz und zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Dafür wurden die Hoheitszeichen dieser Territorialgewalten in das Wappen aufgenommen. Das silberne Rad auf rotem Grund steht für das Mainzer Erzbistum. Die Zugehörigkeit einiger Ortschaften des heutigen Kreisgebietes zur Herrschaft Schwarzburg-Sondershausen wird durch das rote Geweih in Silber symbolisiert. Das Gebiet der Vogtei Dorla sowie die beiden Dörfer der Ganerbschaft Treffurt standen unter gemeinsamer wettinischer, kurmainzischer und hessischer Hoheit und sind damit durch das Landkreiswappen gleichfalls repräsentiert. Die am 1. November 1995 genehmigte Flagge wurde aus dem Wappen hergeleitet; sie ist weiß mit einer blauen Flanke links und einer roten Flanke rechts (1 : 2 : 1) und trägt das Kreiswappen.
Durch seine zentrale Lage begünstigt, entwickelte sich der Raum des heutigen Landkreises bereits früh zu einer sowohl wirtschaftlich als auch kulturell interessante Region. Schon in merowingischer Zeit besiedelt, wird die Gegend Ende des 8. Jahrhunderts mehrmals nachweislich erwähnt. Mühlhausen gedieh im Schutz einer Frankenburg zum Kammergut der Sachsenkönige und entwickelte sich zu einem Ziel aller deutschen Könige von 967 bis Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Erwähnung der Dryburg und der Herren von Salza, die das Gebiet lange beherrschten, sind Belege für eine mehr als 1200-jährige Besiedlung des Langensalzaer Gebietes. Nicht nur Kaufleute kamen in die Gegend, sondern die zentrale Lage zog auch Heerführer an und geriet 1525 in die Wirren des Bauernkrieges. Die Umwälzungen in Europa nach der Französischen Revolution führten 1802 zur Annexion der bis dahin Freien Reichsstadt Mühlhausen mit ihren 18 Dörfern durch Preußen. Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Preußen 1806 wurden Mühlhausen und das Eichsfeld zum neuen Königreich Westfalen geschlagen; 1813/14 kehrten diese Gebiete einschließlich des Amtes Langensalza zum Königreich Preußen zurück. Mit der Neugliederung der preußischen Monarchie 1816 entstand der Landkreise Mühlhausen mit den Städten Mühlhausen (bis 1892 – dann bis 1950 kreisfrei) und Treffurt. 1945 kamen die einstigen preußischen Gebiete zum Land Thüringen; mit der Verwaltungsreform 1950 wird der Landkreis Langensalza aufgelöst und die Stadt Mühlhausen kommt zum wesentlich veränderten Landkreis Mühlhausen; 1952 entstanden wieder die Landkreise Langensalza und Mühlhausen. Am 1. Juli 1994 schließlich wurde der Unstrut-Hainich-Kreis aus den ehemals selbstständigen Landkreisen Bad Langensalza und Mühlhausen gebildet.
Der größtenteils zum Thüringer Becken und zur Langensalzaer Keupermulde gehörende Unstrut-Hainich-Kreis wird durch die beiden namengebenden geografischen Merkmale gekennzeichnet: die Unstrut mit ihren markanten Auenwäldern und Wiesen durchfließt den Landkreis von Nordwest nach Südost und der bewaldete Gebirgszug Hainich bildet den Westteil des Landkreises; der Nationalpark „Hainich“ ist als Besonderheit ein auf einem Muschelkalkplateau gelegenes, europaweit größtes zusammenhängendes Buchenwaldgebiet, welches kaum durch Verkehrswege zerschnitten ist.
Der Landkreis umfasst eine Fläche von 975 Quadratkilometern; in 4 Städten (Mühlhausen, Bad Langensalza, Bad Tennstedt, Schlotheim) und 43 Gemeinden leben 113.962 Einwohner (31.12.2005). Eine kommunalpolitische Besonderheit ist Thamsbrück, welches auch als Ortsteil von Bad Langensalza immer noch Stadtrecht genießt. In Niederdorla ist 1992 der geografische Mittelpunkt Deutschlands mit Pflanzung einer Linde markiert worden. Die Verkehrserschließung umfasst ein gut ausgebautes Bundesstraßennetz (B 84, B176, B 247, B 249) sowie ein mit der Bahnstrecke Erfurt – Göttingen/Kassel sehr gut ausgebautes Schienennetz. Seit 1997 gibt es den Verkehrslandeplatz in Obermehler/Schlotheim. Er ist ausgelegt für Flugzeuge mit einem Abfluggewicht bis zu 14 Tonnen.
Namhafte Persönlichkeiten des Unstrut-Hainich-Kreises sind der 1762 in Bad Langensalza geborene berühmte Arzt Christoph-Wilhelm Hufeland, der von 1794 – 1796 in Bad Tennstedt lebende Dichter Novalis, der von 1748 – 1750 in Langensalza lebende Dichter Friedrich-Gottlieb Klopstock, der 1524 in die Stadt Mühlhausen geflohene Volksreformator und Führer im deutschen Bauernkrieg Thomas Müntzer und der 1707/08 als Organist in Mühlhausen wirkende Johann Sebastian Bach. Der 1806 in Mühlhausen geborene Johann August Röbling wanderte nach Amerika aus und erlangte dort Weltruhm mit seinen Brückenkonstruktionen aus Drahtseilen; Die Brooklyn-Bridge in New York gilt als Krönung seines Lebenswerkes, deren Vollendung er jedoch nicht mehr erlebte.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Kreisstadt Mühlhausen hat eine bis hinein in das Mittelalter reichende Tradition. Besonders das Textilgewerbe und die Gerberei fanden hier ausgezeichnete Produktionsbedingungen vor. So erhielten bereits 1231 die Filzmacher das Privileg, eine Innung zu gründen. Ende des 13. Jahrhunderts folgten die Zünfte der Gerber, Sattler, Schuhmacher, Kürschner und Schmiede und im 14. Jahrhundert die Bäcker, Fleischer, Weber und Schneider. 1430 schloss sich Mühlhausen dem starken Goslarer Bund innerhalb der Hanse an. Dominierende Wirtschaftsbereiche in Bad Langensalza waren einst der Waidanbau, die Spinnerei und die Tuchfabrikation; in Schlotheim siedelte sich im 19. Jahrhundert das Seilerhandwerk an. Im Kreis gibt es gegenwärtig 22 erschlossene Gewerbegebiete (Stand: Mai 2007). In Henningsleben steht die einzige Raps-Öl-Raffinerie Thüringens. Der Kreislauf: Anbau - Herstellung - Verbrauch dieses umweltschonenden Kraftstoffes ist hier optimal gelöst. Aufgrund der agrarstrukturellen Gegebenheiten des Landkreises sind eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Betrieben der Pflanzen- und Tierproduktion ansässig. Touristische Hauptziele sind neben dem Nationalpark Hainich mit seinem Baumkronenpfad an der Thiemsburg, dem Nationalparkhaus und mehreren Rundwanderwegen das Opfermoor Vogtei - eine keltisch-germanische Kultstätte, Draisinenfahrten auf einem Teilstück der „Kanonenbahnstrecke zwischen Lengenfeld/Stein und Geismar durch die reizvolle Landschaft des Eichsfeldes, die 4 kulturhistorischen Städte Mühlhausen mit dem Wehrgang auf der Stadtmauer, der Gedenkstätte „Deutscher Bauernkrieg“ in der Kornmarktkirche sowie 13 Kirchen, die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza mit der Marktkirche und dem beinahe komplett erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern, der umschlossen wird von 16 Wehrtürmen und dem „Klagetor“ der alten Stadtmauer sowie dem Rosen-, Japanischen und Botanischen Garten, Bad Tennstedt mit der das Stadtbild prägenden zweitürmigen Trinitatiskirche, Schlotheim mit seinem barocken Schloss; das Kloster Anrode bei Bickenriede: ein aus dem 16./17. Jahrhundert stammendes, gut erhaltenes Zisterzienserkloster – die Kulturscheune des Klosters ist inzwischen eine bekannte Adresse für Bluesfans geworden; genannt seien außerdem die älteste deutsche Vogelschutzwarte in Seebach, Kloster Zella bei Struth, die Unstrutauen bei Nägelstedt, das Reisersche Tal, die Herbslebener Teiche, die Gläserlöcher bei Bad Tennstedt und der Dünwald im Eichsfeld; das Zisterzienserkloster und Dorf Volkenroda – beide Projekte der EXPO 2000 – und eine 1000-jährigen Eiche, welche mit mehr als 3 m Stammdurchmesser eine der mächtigsten Eichen in Deutschland ist; das „Heilige Grab“ in der Pfarrkirche Diedorf: eines der wertvollsten Kulturdenkmäler in der Region – aus Sandstein gehauenes Werk, mit einer Länge von 2,3 m und einer Breite von 1,5 m, veranschaulicht die Grablegung Jesu, das Schloss der Grafen von Werthern in Neunheilingen, das Trabantmuseum in Weberstadt sowie das Bergbaumuseum in Menteroda.
In Bad Langensalza gelang die Wiederbelebung des traditionsreichen Kurbetriebes mit der Eröffnung einer modernen Rehaklinik, die sich auf Osteoporose spezialisiert hat und in der Kurstadt Bad Tennstedt konnte sich die moderne Rehaklinik behaupten. Als Schwimmstätten stehen 6 Freibäder, die Thüringentherme Mühlhausen, das Thermalbad in Bad Langensalza sowie das kleine Hallenbad in Schlotheim zur Verfügung; die Seilerstadt Schlotheim entwickelt sich zunehmend als Nordthüringer Sportzentrum.