
Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Programm 1. Halbjahr 2012:
Landeszentrale mit zusätzlichen Angeboten zum Themenfeld Rechtsextremismus
Obwohl die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und damit zusammenhän¬genden Fragestellungen seit Gründung der LZT ein zentrales Feld der Bildungsarbeit ist, werden nach der Aufdeckung der Zwickauer Terrorzelle entsprechende zusätzliche Ange¬bote in das Programm aufgenommen. Bereits am 10. Januar wird Prof. Fabian Virchow (Düsseldorf) die „Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland“ im Sinne einer Bestandsaufnahme bilanzieren. Der Frage „(K)ein Weiter so nach dem braunen Terror?“ wird sich in Form einer kritischen Zwischenbilanz Prof. Roland Roth (Berlin) am 14. Februar widmen. Im Rahmen der neuen Kooperationsreihe „Augustiner-Diskurse“ wird die Podiumsdiskussion zum Thema „Ziviler Ungehorsam und die Zukunft der Demokratie“ auch der Frage der Legitimi¬tät von Anti-Nazi-Blockaden nachgehen; den Begriff des „Antifaschismus“ („Verordnet, miss¬braucht, diskreditiert oder unverzichtbarer Leitbegriff?“) wird eine Vortrags- und Diskussionsver¬anstaltung am 30. Januar auf seine aktuelle Tragfähigkeit hinterfragen. Auch vor dem Hintergrund jüngster Forderungen nach einer Antifaschismusklausel in der Thüringer Landesverfassung dürfte diese Veranstaltung von besonderem Interesse sein. Die genannten Termine finden in Erfurt statt.
Ein Koopera¬tionsseminar in der Point-Alpha-Akademie Geisa am 25./26. April mit dem Titel „Ostdeutsches Erbe? Rechtsextremismus und ostdeutsche Sozialisation“ geht möglichen Zusammenhängen und entsprechenden Wechselwirkungen dieser Sachverhalte nach und erörtert spezifische Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten. Beim Thüringer Bildungssymposium am 12. Mai wird die Landeszentrale mit mehreren Fachveran¬staltungen bzw. Workshop-Angeboten zum Themenfeld präsent sein. Die stark nachgefragte LZT-Studie „RechtsRock – Made in Thüringen“ wird im zweiten Halbjahr in einer aktualisierten Neuauflage erscheinen und dabei auch die Vernetzung der rechtsex¬tremen Musikszene mit dem Rechtsterrorismus analysieren.
Insgesamt bietet die Landeszentrale im 1. Halbjahr 2012 knapp 100 Veranstaltungen zu einer breiten Palette von Themen in nahezu ganz Thüringen an, wozu auch die Fortführung der bewährten Reihe „Das politische Buch im Gespräch“ gehört. Mit ihr präsentieren wir Neuer¬scheinungen auf dem politischen Buchmarkt gemeinsam mit den jeweiligen Autoren.
Anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation Thüringer Juden ins Getto Belzyce und schließlich ins KZ Majdanek soll mit zahlreichen dezentralen Projekten an die Verfolgung und Ermordung der Thüringer Juden erinnert werden. Die LZT koordiniert die Aktivitäten verschiedener Veranstalter und lädt zu einem landesweiten Vernetzungstreffen am 16. Januar ein. In der LZT-Schriftenreihe wird ein Quellenband zur Judendeportation erscheinen, der im Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Weitere Eigenveranstaltungen werden diesen Themenschwerpunkt begleiten, darunter eine Studienreise nach Belzyce und Majdanek.
Franz-Josef Schlichting
Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Tel.: 0361/37 92 700, E-Mail: franz-josef.schlichting{at}tsk.thueringen{punkt}de
Das Kunden-Buch - erscheint Mitte Juli 2011
|
Sie nannten sich Kunden und formierten die langlebigste Jugendbewegung der DDR. Inspiriert von den Hippies, suchten sie Alternativen zum bürgerlichen Leben und zur sozialistischen Propaganda. Freiheit, Authentizität und Nonkonformismus waren Werte, die sich in ihren Verhaltensmustern, Outfits und musikalischen Vorlieben niederschlugen. Im Zentrum stand der Blues. Er fing das Lebensgefühl des Kunden perfekt ein. Dieses Buch begibt sich auf die kultur- und politikgeschichtlichen Spuren der Szene in Thüringen.
Michael Rauhut, Dr. phil., 1963 im brandenburgischen Altdöbern geboren, ist Professor für populäre Musik an der University of Agder in Kristiansand/Norwegen. Er hat sieben Bücher veröffentlicht, darunter die Monografien „Beat in der Grauzone“, „Schalmei und Lederjacke“ sowie „Rock in der DDR 1964 bis 1989“.
|
Politische Bildung nah am Kunden: Beim Engerling-Konzert in der Heiligen Mühle Erfurt ist die Landeszentrale mit Informationsmaterial präsent. Der Engerling-Sänger und Keyborder Wolfram Bodag vor dem Konzert beim Studium von Michael Rauhuts "Kunden-Buch. Blues in Thüringen", derzeit der Renner im LZT-Publikationsangebot. Die "Kunden" waren von Buch und Konzert begeistert.
|
Der Autor arbeitet am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Bitte bestellen Sie unter "Publikationsbestellung"
|
Reisen in der DDR: Heike Wolter widmet sich einem Thema, das maßgeblich zum Untergang der DDR beigetragen hat. Als Bürger der DDR endete international die erfahrbare Welt in Polen und der Tschechoslowakei. Ungarn war noch möglich - die UdSSR und Kuba ein Privileg. Der Text und die vielen Bilder vermitteln auch ein lebendiges Bild des Kampfes um die knappen inländischen Urlaubsplätze im Thüringer Wald oder an der Ostsee.
Im November 2011 erschienen: Bitte bestellen Sie unter "Publikationsbestellung"
|
Zusammen mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben wir die Publikation "Wolf Biermann 1976: Die Ausbürgerung und ihre Folgen" produziert. Das Buch ist bei der Bundesstiftung Aufarbeitung erhältlich.
Ist am 12. September 2011 erschienen
|
Nach etwa 40-jährigem Bestehen hörte die DDR auf zu existieren. Der unerwartete Zusammenbruch des SED-Regimes warf viele Fragen auf. In seinem Buch zur Geschichte der DDR skizziert Ulrich Mählert die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen ausgehend vom Jahr 1945 bis zum Ende am 3. Oktober 1990. Der Fokus richtet sich vor allem auf die Darstellung des Herrschaftssystems und dessen politischer Ausgestaltung. Dabei werden einzelne Ereignisse, historische Perioden und die sie prägenden Persönlichkeiten umfassend beleuchtet. Insgesamt liefert das Buch einen informativen sowie präzisen Überblick über den Verlauf der Geschichte der DDR.
Als Bildungseinrichtung des Freistaates Thüringen wollen wir mit unseren Angeboten dazu beitragen, politische, gesellschaftliche und historische Zusammenhänge besser beurteilen zu können und die Bereitschaft wecken, Aufgaben in Staat und Gesellschaft wahrzunehmen.
Dabei liegt uns insbesondere die Bildungsarbeit zur SED-Diktatur und zur nationalsozialistischen Diktatur sowie die Förderung der landeskundlichen Kenntnisse am Herzen.
Wir führen dazu Veranstaltungen verschiedenster Art in allen Regionen unseres Landes durch. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Bereitstellung von Publikationen, welche wir selbst erstellen oder erwerben und allen Interessierten zur Verfügung stellen.
In Wir über uns erfahren Sie Näheres über die Grundsätze und Strukturen unserer Arbeit sowie evtl. Ansprechpartner.
|
Franz-Josef Schlichting
Leiter der Landeszentrale
für politische Bildung
Jahresbericht 2010 der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Größe: 216815 Bytes