
Als Leihgabe der Botschaft des Königreichs Dänemark in Deutschland präsentiert die Landeshauptstadt Erfurt kurzfristig ab 16. Mai 2012 in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei und mit Unterstützung von teilAuto Erfurt die Ausstellung " Eine Stadt fährt Rad – Kultur – Design –Stadtentwicklung – Beispiel Kopenhagen ". Die Ausstellung wird am 23. Mai, 15.00 Uhr durch den Beigeordneten für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Spangenberg im Beisein des Honorarkonsuls des Königreichs Dänemark in Thüringen, Herrn Frederick Niels Chrestensen sowie des Leiters des Europäischen Informationszentrums, Herrn Oliver Trumm eröffnet. Die Ausstellung zeigt, warum so viele Kopenhagener auf das Fahrrad als Transportmittel im Alltag schwören. In Kopenhagen wird nicht nur in sportlicher Regenkleidung geradelt, sondern auch im Anzug und mit hochhackigen Schuhen. Und nicht nur im Sommer, sondern auch im Schneesturm. In Lastenfahrrädern werden nicht nur Kinder transportiert, sondern auch die Freundin, der Hund und der Kinderwagen. Dabei zeigt die Ausstellung nicht nur die Radverkehrsinfrastruktur, sondern sucht auch die Kultur des Radfahrens zu ergründen. „Eine schöne Stadt ist eine Stadt, wo viele Menschen gerne zu Fuß gehen oder radeln“, sagt der Architekt und Stadtplaner Jan Gehl. Und die Stadt Kopenhagen lässt sich einiges einfallen, um mehr Menschen zum „Umsatteln“ zu bewegen. Die eine oder andere Anregung aus Kopenhagen könnte dabei vielleicht auch für Erfurt interessant sein. Die Ausstellung kann in den Räumen des Europäischen Informations- Zentrums in der Regierungsstraße 72 besichtigt werden: Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, sowie Donnerstag von 10 bis 18 Uhr. Ausstellungsende: 7. Juni 2012
Frau Ministerin Walsmann besuchte im Rahmen des EU- Projekttages an deutschen Schulen die Schülerinnen und Schülern des Geschichts- Leistungskurses der Jahrgangsstufe 10 und 11 des Heinrich- Mann- Gymnasiums Erfurt. Sie berichtete über ihre tägliche Arbeit als Europaministerin in Erfurt, Berlin und Brüssel. Besonders freute sie sich über die Diskussion mit den Jugendlichen. Die Schülerinnen und Schüler machen sich viele Gedanken um ihre eigene Zukunft nach dem Abitur. Sie fragten die Ministerin, welche Chancen gerade Europa jungen Menschen biete. Europaministerin Walsmann verwies auf den gemeinsamen Binnenmarkt und die Möglichkeit frei, ohne Grenzkontrollen oder Visa, zu reisen. Gerade jungen Menschen biete sich die Möglichkeit in anderen europäischen Ländern zu leben, zu studieren und zu arbeiten. „Das ist für Sie eine großartige Chance!“, so die Ministerin. Zur Zukunft Europas sagte Walsmann: “Ohne Europa steht auch Deutschland in der globalisierten Welt alleine da. Nur gemeinsam haben die Staaten Europas das nötige Gewicht, um die weltweite Zukunft mit zu gestalten“. Die Ministerin sprach sich für eine Fortsetzung der nationalen Sparkurse aus. Mittelfristig müsse Europa „politisch enger zusammenrücken“. „Dies betrifft insbesondere die Bereiche der Finanz-, Sozial- und Wirtschaftspolitik“, betonte die Ministerin. Der EU-Projekttag an deutschen Schulen fand am 14. Mai 2012 zum 6. Mal in ganz Deutschland statt. Der Projekttag wurde mit großem Erfolg 2007 aus Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen. Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten stellen übereinstimmend fest, dass sich der bundesweite jährliche EU-Projekttag als Erfolg erwiesen hat und nachhaltig dazu beiträgt, Schülerinnen und Schülern Aufgaben, Funktion und Ziele der EU näher zu bringen.
Im Rahmen der Europawoche 2012 und des EU-Projekttages an deutschen Schulen fand am 14. Mai 2011 im Bildungszentrum der IHK Ostthüringen zu Gera eine Informationsveranstaltung mit ca. 70. Azubis der SBBS Technik Gera statt. Herr Heinz Hoffmann vom EIZ in der Thüringer Staatskanzlei erläuterte für die Jugendlichen den europapolitischen Rahmen der EU-geförderten Ausbildungsabschnitte im Ausland. Im Europäischen Binnenmarkt verbessert Europakompetenz die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und erweitert den persönlichen Horizont. Praktische Erfahrungen über Ihren Ausbildungsabschnitt im Ausland vermittelten Patrick Quitera aus Dänemark, Benjamin Bauer aus Norwegen und Patrick Donath aus Irland. Die Mobilitätsberater Andreas Jörk von der Handwerkskammer Gera und Bianka Gerlach von der IHK Gera stellten die EU-Austauschprogramme und die Beratungsmöglichkeiten vor.
Wie im vergangenen Jahr organisierte das Europäische Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei aus Anlass der Europawoche ein Europafest im Erfurter Hirschgarten vor der Thüringer Staatskanzlei. Neben altbewährten Programmpunkten wie die Eröffnung des Europafestes durch Europaministerin Marion Walsmann und ihrem anschließenden Rundgang bei den Informationsständen, den Anschnitt und das Verteilen der Europatorte von Café Bauer und der Europakletterpyramide gab es im Vergleich zu den letzten Jahren viele Neuerungen. So hatten alle anwesenden Informationsstände die Möglichkeit, ihre Arbeit auf der Bühne zu präsentieren. Das gesamte Bühnenprogramm wurde von Ingo Espenschied, Politologe und Medienspezialist moderiert, der sich durch profunde Europakenntnisse auszeichnet. Besondere Highlights waren die Bühnenprogramme der Erfurter Riethschule und des Berufsbildungszentrums Jena- Göschwitz zum „Ökologischen Fußabdruck“.
Das gesamte Kinderprogramm wurde vom Marienstift Arnstadt mit der Sozialpädagogin Conny Steger gestaltet. Sie bot neben dem Trommelworkshop und dem Tanzworkshop mit internationalen Tänzen und Kostümen auch eine Bastelstraße u.a. mit indischer Stoffmalerei an. Für den Sport- Spielparcours und das Torwandschießen mit Messung der Schussgeschwindigkeit standen ebenfalls kompetente Pädagogen bereit. Das Bühnenprogramm endete wetterbedingt im Foyer der Staatskanzlei mit der Autogrammstunde des FC Rot Weiß Erfurt mit zwei Nachwuchstalenten (Marc Langner und Srdjan Gajic ).
Eine Schüler-Delegation der Gymnasien Bad Lobenstein und Neustadt an der Orla stellte anlässlich des Europatages ausgewählte Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit im Europäischen Informations-Zentrum (EIZ) in Erfurt vor. Ein Jahr lang beschäftigten sich die Zehntklässler von 16 teilnehmenden Schulen im Geschichtsunterricht mit verschiedenen Projekten rund um den Alltag in der DDR, sowie mit der Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane an der DDR/CSSR-Grenze. Ziel war es, didaktisches Material für deutsche und tschechische Schulen zu erstellen, anhand dessen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Zeit des Kalten Krieges insbesondere an der Grenze zwischen den beiden Bruderstaaten bekommen. Dieses Material ist sowohl in Druckform in beiden Sprachen erschienen als auch zweisprachig medial auf der Webseite des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) abrufbar. Angeleitet und betreut wurden Schüler und Lehrer von deutscher Seite durch Dr. Eugenie Trützschler von Falkenstein von der Stiftung Ettersberg und von tschechischer Seite durch Dr. Dagmar Hudecová von der Karlsuniversität Prag.
In Frankreich haben die Präsidentschaftswahlen 2012 die Weichen für einen Politikwechsel gestellt. Bertrand Leveaux, der Beauftragte für Angelegenheiten Thüringen-Frankreich in der Thüringer Staatskanzlei, hat den ca. 20 Zuhörern im EIZ am 7. Mai 2012 mit seinen interessanten Ausführungen (in deutscher Sprache!) den historischen Hintergrund zum französischen Präsidialsystem erläutert. Der französische Präsident ist das mächtigste Staatsoberhaupt innerhalb der EU. Er bestimmt über Streitkräfte und Außenpolitik und damit über die französischen Atomwaffen und das Vetorecht im UN-Sicherheitsrat. Die wöchentlichen Kabinettsitzungen werden von ihm geleitet. Er ernennt den Premierminister und auf dessen Vorschlag die übrigen Minister. Der Präsident kann die Nationalversammlung, also das französische Parlament, auflösen. Der aktuelle Wahlsieg von Francois Hollande (Sozialist – PS) über Nicolas Sarkozy (Neogaullist – UMP) bei den gerade erfolgten Präsidentschaftswahlen, so die Einschätzung von Bertrand Leveaux, verspricht einen Erfolg der Sozialisten zur kommenden Parlamentswahl am 10. und 17. Juni 2012. Frankreich steht so oder so vor großen Problemen, die in der zurück gegangenen globalen Wettbewerbsfähigkeit der französischen Unternehmen liegen. Die momentane Lage wird durch hohe Jugendarbeitslosigkeit und strukturbedingte öffentliche Defizite geprägt. Die Wähler haben sich bei der Präsidentschaftswahl gegen Strukturreformen und Sparmaßnahmen entschieden. Bertrand Leveaux ist der Meinung, dass damit die Aufgaben für den neuen Präsident und die zu erwartende neue Linksregierung nach den Parlamentswahlen sehr schwierig werden.
Am 9.05.2012 besuchte eine Gruppe Zimmererlehrlinge aus Besancon (Hauptstadt der Region Franche Comté) das EIZ, die vom 7. Mai – 26. Mai in Erfurt weilt. In der ersten Woche lernen die Lehrlinge die deutschen Begriffe für ihr Handwerk kennen sowie Land und Leute, treffen deutsche Jugendliche, die Französisch lernen und an den Wochenenden unternehmen sie Ausflüge bzw. sind in Erfurt unterwegs. Danach sind sie als „Lehrlinge auf Zeit“ in Erfurter Zimmererfirmen tätig. Es ist inzwischen die 18. Gruppe der Compagnons, die vom ECCE betreut wird – die nächste kommt im Juli nach Erfurt.
Am Mittwoch, den 18. April 2012 lud Frau Europaministerin Marion Walsmann zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des Europäischen Informationszentrums zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ in den Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei. Mehr als 120 Seniorinnen und Senioren, Interessenvertreter der regionalen und lokalen Behörden, Seniorenverbände, Vertretern der Wirtschaft und engagierten Bürgerinnen und Bürgern waren ihrer Einladung gefolgt. „Mehr nutzbringende Beschäftigungen für die zunehmende Zahl der fitten Älteren in geeigneten gesellschaftlichen Bereichen bieten eine gute Chance für Europa“ hielt Thüringens Europaministerin Marion Walsmann den europaweiten Befürchtungen zum demografischen Wandel entgegen. Von guten Beispielen des Zusammenlebens und Engagement im Alter wusste auch der Beauftragte der Thüringer Landesregierung für das Zusammenleben der Generationen, Herr Michael Panse, zu berichten. Für den vergnüglichen Teil sorgte Herr Hans Wolf vom Verein „Bürger Europas e.V. mit seinem Europa-Filmquiz für Seniorinnen und Senioren. In mehreren Kurzfilmen zeigte er mit beeindruckenden Bildern, grundlegenden Fakten, Interviews und aktuellen Informationen wie sich die EU für Senioren einsetzt. Seniorinnen und Senioren konnten ihr Europawissen testen und attraktive Sachpreise gewinnen. Bei Kaffee, Tee und Thüringer Kuchenspezialitäten hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmen Zeit zur Begegnung und Diskussion.
Im Rahmen des EU-Programms für lebenslanges Lernen waren 12 Lehrerinnen und Lehrer aus Belgien, Irland, Italien, Niederlande, Polen, Slowakei, Ungarn und Spanien am 22. März 2012 im EIZ. Hier erläuterte ihnen Herr Hoffman die bürgernahe Europainformation im europaweiten Netzwerk der europa direct relais, zu dem das EIZ gehört. Die Pädagogen waren eine Woche lang in Thüringen und wurden vom TMBWK und dem ThILLM betreut. Im Mittelpunkt des Studienbesuchs stand der Erfahrungsaustausch über zweisprachige Ausbildungsabschnitte in der Schul- und Berufsausbildung.
Die Vorbereitungen der Europawoche 2012 in Thüringen treten in ihre heiße Phase. Europaministerin Marion Walsmann hatte am 20. März Vertreter von Vereinen und Verbänden, von Initiativen, Einrichtungen und Kommunen aus ganz Thüringen in die Thüringer Staatskanzlei zu einem Kick-off-Meeting geladen, um das Thüringer Programm abzustimmen bzw. für weitere Veranstaltungsideen zu werben.
Die diesjährige Europawoche wird vom 2. bis zum 14. Mai durchgeführt. Sie soll als Plattform dienen, um für Europa zu werben, um die Bürgerinnen und Bürger für europapolitische Themen noch mehr zu sensibilisieren. Auf den vielfältigen Veranstaltungen werden Themen wie die Interessen Thüringens bei der Gestaltung des mehrjährigen EU-Finanzrahmens 2014 – 2020, die Kohäsionspolitik und die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013, die Euro-Stabilisierung oder die EU-Strategie „Europa 2020“ anschaulich und bürgernah vermittelt. Thüringen beteiligt sich bereits zum 18. Mal an der Europawoche. Höhepunkt wird das Europafest im Erfurter Hirschgarten am 5. Mai sein. In den vergangenen Jahren gab es thüringenweit jeweils bis zu 50 Veranstaltungen.