Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen

Inhalt

"Wo man singt ..." - Thüringen musikalisch

Der sogenannte "Sängerkrieg" auf der Wartburg am Hofe des Landgrafen Hermanns I. von Thüringen zu Beginn des 13. Jahrhunderts ist ein frühes Zeugnis für den hohen Stellenwert der Musik in Thüringen.
Jahrhunderte später wurde zu Füßen der Wartburg einer der bedeutensten Musiker aller Zeiten geboren.
Johann Sebastian Bach, geboren am 21.03.1685 in Eisenach, lebte als Schüler bei seinem Bruder in Ohrdruf (bei Gotha), war Organist in Arnstadt (1703-1707), in Mühlhausen (1707-1708) und in Weimar (1708-1717), wo er Mitglied der Hofkapelle und Konzertmeister wurde. Bach wurde als späterer Leipziger Thomaskantor einer der wichtigsten Kirchenmusiker.
Der Begründer der protestantischen Kirchenmusik, Johann Walter, der als Freund Martin Luthers beispielsweise dessen "Ein feste Burg ist unser Gott" vertonte, stammt gleichfalls aus Thüringen. Er wurde 1496 in Kahla bei Jena geboren.
Ein weiterer Meister der Kirchenmusik aus Thüringen war Heinrich Schütz, der am 14.10.1585 in Köstritz (bei Gera) geboren wurde.
Das reiche Thüringer Musikleben zog auch immer Musiker von außerhalb an. So war Johann Pachelbel Organist in Eisenach (1677), Erfurt (1678) und in Gotha (1692). Georg Philipp Telemann leitete 1706 bis 1712 die Hofkapelle in Eisenach. Louis Spohr war 1805-1812 Konzertmeister der Hofkapelle Gotha. Franz Liszt wirkte ab 1848 in Weimar als Hofkapellmeister. Johannes Brahms ging mit der Meininger Hofkapelle auf Konzertreisen durch ganz Europa. Dieses Orchester wurde 1880-1885 von Hans von Bülow, anschließend von Richard Strauss (1885/1886) geleitet. Letzterer war 1889-1894 zweiter Kapellmeister in Weimar. In Sondershausen erlebte Max Bruch 1868 die Uraufführung seines g-moll-Violinkonzertes als dortiger Kapellmeister. Max Reger war ab 1890 Schüler am Sondershäuser Konservatorium. 1911-1914 leitete er das Meininger Orchester.